01

Persönliches Logbuch Leutenant Melvin Johansson, Maschinist des internationalen Raumfrachters Themis, 24.August 2099: Soeben sind wir von einem Routineflug zurückgekehrt und in die Umlaufbahn der Erde eingetreten. Ich freue mich darauf, endlich wieder frische Luft zu atmen. Außerdem kann ich es kaum erwarten, Silvia wiederzusehen“. Melvin drückte auf einen Knopf, um die Aufnahme zu stoppen und sah zu dem Bild herüber, das auf dem Tisch neben seinem Bett stand. Er nahm es in die Hand. Auf dem Foto war eine junge Frau ende zwanzig zu sehen, die sich lachend an eine Bronzestatue lehnte. „Silvia“, dachte er. Eigentlich waren sie kein richtiges Paar, aber sie kannten sich seit vielen Jahren und standen sich seit einiger Zeit sehr nahe. Er überlegte, ob dieser Job überhaupt etwas für ihn war, oder ob er sich bald etwas Anderes suchen sollte. Er verkraftete es nicht mehr so gut wie früher, so lange von zu Hause weg zu sein und Tag ein, Tag aus die muffige Luft der Klimaanlage des Raumschiffs zu atmen. Früher hatte es ihm nichts ausgemacht. Kurz nach seinem Studium hatte ihn die Abenteuerlust gepackt. Er wollte den Weltraum bereisen und neue Welten erkunden. Dies war vielen jungen Männern und Frauen in seinem Alter so gegangen, nachdem die Menschheit in den siebziger Jahren des 21. Jahrhunderts den ersten Kontakt mit einer außerirdischen Lebensform hergestellt hatte. Die Welt hatte erkannt, dass die Menschen nicht allein im Universum waren und dass es wichtig war, die internationale Einheit zu wahren, um nicht eventuell feindlich gesinnten Spezies eine Schwäche zu zeigen. Die nationalen Weltraumorganisationen hatten sich zu einer globalen Organisation zusammengeschlossen und angefangen, das Weltraumprogramm und die Forschung stärker zu fördern. Viele bedeutende Technologien waren in den letzten fünfzig Jahren erfunden worden, dachte er. Die künstliche Schwerkraft, die Sauerstoffsynthese, durch die verbrauchte Luft vollkommen wieder aufbereitet werden konnte und nicht zuletzt der Überlichtgeschwindigkeitsantrieb.

Er sah aus dem mehrfach verglasten Fenster auf die blau leuchtende Erde und die funkelnden Sterne im Hintergrund. Dann sah er wieder auf das Foto. Er vermisste Silvia wirklich sehr. Dann fasste er den Entschluss. Er konnte es nicht noch einmal über sich bringen, sie zurückzulassen, er wusste, dass sie es beide nicht ertragen würden, wieder für so lange Zeit voneinander getrennt zu sein. Er musste seinen Dienst aufgeben.

Mit einem Piepsen meldete sich das Lautsprechersystem: „Commander Burke an Leutenant Johansson! Melvin, in einer Minute dockt die Landefähre an, du solltest dich langsam auf den Weg zur Luftschleuse machen“. Melvin drückte auf eine Schalttafel an der Wand, um zu antworten: „Verstanden, Jasper. Ich bin sofort da“. Er nahm das Bild, steckte es in den Koffer, in dem er vorher schon seine gesamten persönlichen Gegenstände verstaut hatte und verließ seine Kabine ohne sich ein letztes Mal umzudrehen. Die Luftschleuse öffnete sich mit einem Zischen und dahinter kam der enge Innenraum der Landefähre zum Vorschein. Es war üblich, dass die Besatzung eines Schiffes zur Landung auf einem Planeten von einem Shuttle abgeholt wurde. Die Hitze beim Eintritt in die Atmosphäre konnte die Deflektoren des Schiffs beschädigen, welche es bei hohen Geschwindigkeiten vor Staub und kosmischer Strahlung schützten. Deshalb hatte man spezielle Fähren entwickelt, welche dieser Hitze standhalten konnten. So blieb das Schiff sicher in der Umlaufbahn, während die Besatzung auf den Planeten ging.

Als die Landefähre abdockte und Melvin die Themis noch einmal sah, sagte er leise zu sich: „Das wars dann, du alter Rosteimer. Dich werde ich wohl nicht mehr so schnell wiedersehen.“ Wenn alles gut ging, landeten sie in einer Dreiviertelstunde in Cape Caneveral und er konnte eine halbe Stunde später in Schweden sein und Sivlia sehen.

Als die Klappe der Landefähre sich öffnete und die Strahlen der Sonne sein Gesicht berührten, schloss Melvin die Augen und sog gierig die laue Sommerluft ein. Er genoss es, wieder auf der Erde zu sein. Als er die Augen wieder öffnete, sah er schon General Dexter, seinen Vorgesetzten, flankiert von zwei Männern in blauen Uniformen auf sich zukommen. „Leutenant Johansson, willkommen zurück!“, sagte dieser und schüttelte ihm die Hand. „Ich habe gute Nachrichten für Sie. Das Oberkommando hat beschlossen, Sie wegen Ihrer Verdienste in der Geschichte mit den Berylianern zu befördern“. Er klopfte Melvin auf die Schulter und fuhr dann fort: „Wie Sie bereits wissen, war dies ohnehin Ihre letzte Mission auf der Themis. Sie werden also Ihr eigenes Kommando auf einem neuen Schiff erhalten, CAPTAIN Johansson.“. Melvin erwiderte: „Das ist wirklich sehr freundlich, General, aber -“ Der General unterbrach ihn: „Jaja, immer so bescheiden, Johansson. Entschuldigen Sie mich, ich habe noch einen Termin.“ Mit diesen Worten drehte der General sich um und verschwand in Richtung des Hauptgebäudes der Einrichtung. Melvin sah ihm verdutzt hinterher und dachte: „Na sowas, ich will den Job an den Nagel hängen und die befördern mich...“. Dann schüttelte er den Gedanken ab und machte sich vom Shuttle-Landeplatz zum Flughafen für planetare Flüge auf. Ersteinmal wollte er Silvia sehen. Die Formalitäten konnten warten.

18.6.09 19:48


02

Es war nicht mal eine halbe Stunde vergangen seitdem Diane Thomson den Flughafen verlassen hatte. Sie war eine sehr zielstrebige Person, die jeden Auftrag stets zu 110 Prozent ausführte. Ihr jetziger Auftrag war sehr spannend und gleichzeitig auch gefährlich. Diane arbeitete für einen exzentrischen, äußerst reichen Engländer, der unbedingt seine eigene Weltraumflotte bauen lassen wollte, um selbst den Kontakt mit den Außerirdischen herzustellen. Die Regierungen verboten solche Vorhaben generell, denn der bisher noch dürftige Kontakt sollte nicht von neugierigen Bürgern gestört werden. James Hampton, Diane's Auftraggeber ließ sich allerdings nicht von Regierungen abschrecken, er war es gewohnt, dass das Geld ihm zu allem verhalf. Doch diverse Bestechungsversuche bei den verschiedensten Regierungen schlugen fehl. So griff der Engländer zu einer außergewöhnlichen Methode. Er stellte sogenannte „Special Agents“ ein, die in seinem Auftrag bei den Regierungen spionierten, wichtige Bauunterlagen entwendeten und Gespräche belauschten. Und genau eine von diesen Agents war Diane. Sie mochte diesen Job, das Abenteuer hatte sie seit je her gereizt. Doch für diesen Job musste sie gut sein, verdammt gut. Sie musste in der Lage sein, sich absolut lautlos zu bewegen, möglichst unsichtbar sein und im Falle eines Falles gute Nahkampftechniken parat haben. Denn Spuren durfte sie nicht hinterlassen. Wer sich einen Fehler erlaubte, der wurde fristlos entlassen oder schlimmeres, denn Hampton's Vorhaben durfte unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit hervordringen. Diane hatte lange hart trainiert, um den Anforderungen gerecht zu werden. Drei Jahre lang nahm sie den besten Unterricht in japanischen Kampftechniken, so dass sie behaupten konnte, eine wahre Kampfmaschine zu sein.

Was Diane aber vor allem interessierte war nicht unbedingt der Auftrag. Vielmehr war sie daran interessiert, was die Regierungen der Länder ihren Bürgern verheimlichten. Sie mochte es nicht, von für sie derart wichtigen Dingen ausgeschlossen zu sein. Sie wollte selbst einen Außerirdischen sehen, denn die Regierungen wiesen stets Spekulationen zurück, wenn die Bürger etwas sahen, was sie nicht hätten sehen dürfen. In diesem Sinne arbeitete Diane aus zweierlei Hinsicht hart an ihrem Auftrag.

Überhaupt hier angekommen zu sein, zeugte von enormer Vorarbeit, denn natürlich war es geheim, wo die Flughäfen der Raumschiffe waren und wann eines landete oder wieder abhebte. Zuvor war Diane in ein Labor in New York eingebrochen. Dort hatte sie einige für sie wichtige Dokumente gefunden, die darauf hinwiesen, dass hier in Florida heute ein Raumschiff landen würde. Ihr genügte diese Information, denn ihr Auftrag lautete, an Bord eines Raumschiffes zu gehen und soviele Details wie möglich fotografieren oder wenn möglich technische Geräte mitbringen. Doch Diane wollte mehr. Wenn sie schonmal auf einem Raumschiff sein würde, so würde sie auch mitfliegen, komme was wolle.

So näherte sich die ca. 169cm große Frau mit den haselnussbraunen Haaren, die zu einem strengen Zopf zusammengebunden waren, so unauffällig wie möglich dem geheimen Flughafen. Das Gelände war weiträumig eingezäunt, doch darauf war sie vorbereitet. Sie trug stets einen Rucksack mit allerlei technischem Schickschnack bei sich. Dann kam der schwiegere Teil, sie musste sich über das Gelände bewegen ohne von den Überwachungskameras aufgenommen zu werden. Es war ein heillosen hin- und herlaufen. Die Kameras bewegten sich schnell. Doch sie schaffte auch diese Hürde und näherte sich dann endlich einem Landeplatz, der der Wärme nach zu urteilen, erst gerade benutzt worden war. Hinter einer Mauer versteckt konnte Diane ein paar Männer beobachten, die miteinander sprachen. Sie verstand allerdings nicht, was sie sprachen. Sie wartete geduldig, dann beobachtete sie, wie drei Männer den Schauplatz verließen und einen zurückließen. Mit einem Mann würde sie locker fertig werden. Obwohl, vielleicht musste sie das gar nicht. Sie wartete bis der Mann sich ein paar Schritte entfernte, dann nutzte sie einen unbeobachteten Moment und schlüpfte fast lautlos in das Raumschiff hinein.

18.6.09 20:20


03

Als Melvin vor Silvias Tür stand, war seine Kleidung schon leicht verschwitzt. Er hatte sich im Flugzeug umgezogen und trug nun eine kurze Stoffhose und ein gelbes Hemd. In der spiegelnden Scheibe der Haustür sah er sein Gesicht und erschrak ein wenig, weil er es nicht gewohnt war, eine Sonnenbrille darin zu sehen. Er klingelte. Es war ein schönes Haus, weiß gestrichen und mit einem roten Ziegeldach. Hinter der Scheibe bewegte sich etwas. Dann wurde die Tür geöffnet. „Silvia!“, rief er freudestrahlend. „Oh, hallo Melvin.“, sagte sie. Melvin war irritiert. Er kam zurück und das einzige, was ihr einfiel war „hallo Melvin“? Nicht einmal ein „schön, dich zu sehen“? Dann fiel ihm auf, dass sie Müde wirkte. Müde und traurig. „Wir müssen reden“, sagte sie in diesem unheilvollen Ton, den er nicht ausstehen konnte. „Trifft sich gut“, versuchte er die Situation zu entschärfen. „Ich wollte dir auch etwas mitteilen“. Sie sah ihn traurig an und sagte: „Du verstehst nicht, es ist egal, was du zu sagen hast. Ich halte es nicht mehr aus. Ich mag dich, aber es geht nicht mehr.“. Melvins Herz setzte für einen Schlag aus. „Du willst dich von mir trennen?“, fragte er. „Ich habe beschlossen, meinen Job für dich aufzugeben, es wird alles wieder beim Alten sein!“. Sie wirkte überrascht, schüttelte aber dennoch den Kopf. „Nein, du verstehst es nicht. Ständig bist du unterwegs, ständig diese Geheimnisse, die Regierung, die Außerirdischen - weiß Gott wie die noch hießen - , über all das darfst du mit mir nicht reden! Wir sollten keine Geheimnisse voreinander haben, aber wir müssen es. Das wird auch nicht aufhören, wenn du einen anderen Job hast. Du unterliegst einer vertraglichen Schweigepflicht!“.

Melvins Kopf war plötzlich leer. Er konnte nicht mehr klar denken. „Du beendest unsere Beziehung einfach so? Nach allem, was wir zusammen erlebt haben?“, fragte er. Ihm zog sich der Magen zusammen. „Melvin, falls es dir noch nicht aufgefallen ist hatten wir nie eine richtige Beziehung. Du hättest mir rechtzeitig den Hof machen können, aber dazu ist es jetzt zu spät.“.


Er war wie betäubt gewesen, als er wieder auf der Straße stand, noch immer mit seinem Koffer in der Hand. Nun saß er wieder im Flugzeug, noch immer wie betäubt, noch immer in Gedanken, doch in ihm hatte sich ein Gedanke gefestigt. Er musste ohnehin über die Trennung hinwegkommen. Also konnte er sich ebenso gut wieder nützlich machen. In Cape Caneveral angekommen meldete er sich bei General Dexter. „Johansson, schon wieder zurück? Ich dachte, sie genießen Ihre Woche Urlaub“. Melvin stützte sich auf den Schreibtisch seines Vorgesetzten und sagte: „Welches Schiff werde ich bekommen, Sir?“. „Welches Schiff?“, fragte dieser irritiert. „Ich werde meinen Dienst sofort wieder aufnehmen und das neue Schiff gleich inspizieren!“. Auf dem Gesicht des Generals zeichnete sich ein Grinsen ab. „Ganz der Draufgänger, Johansson. Das gefällt mir! Das Schiff kennen Sie noch nicht. Es ist ganz neu und heißt Excalibur. Kommen Sie, es ist noch nicht vom Stapel gelaufen. Es wird erst in ein paar Tagen in den Orbit gehen, noch steht es hier auf dem Gelände.“. Melvin folgte dem dicken General, auf dessen Glatze sich das Licht der Bürolampe spiegelte.

Als er aus der Ferne das silbrige Metall sah, in dem sich die untergehende Sonne spiegelte, blieb ihm fast die Luft weg. „Habe ich Ihnen zu viel versprochen?“, fragte Dexter stolz. „Das ist die Excalibur, Ihr Schiff, die Regierungen haben besondere Mittel für diese Mission lockergemacht, aber sehen Sie es sich erst einmal an, über die Details informiere ich sie morgen“. Der General machte kehrt und ließ den immernoch beeindruckten Melvin stehen. Als dieser sich wieder gefasst hatte, zog er seine Zugangskarte und öffnete die Luke, um das Schiff zu betreten.

18.6.09 21:13


04

Wie sich schnell für Diane herausstellte, befand sie sich keineswegs auf einem Raumschiff, aus den Unterlagen, die sich auf dem Bordcomputer befanden, ging hervor, dass dies „nur“ eine Landefähre war. Aber immerhin, Diane war zufrieden. Der Pilot dieses Gefährts war jetzt schon seit geraumer  Zeit verschwunden, so konnte sie in aller Ruhe jeden Winkel inspizieren. Natürlich hatte sie vorher noch nach Überwachungskameras gesucht, doch hatte sie keine gefunden. Höchstwahrscheinlich lohnte es sich nicht für eine banale Landefähre. Sie kramte eine kleine, sehr hoch auflösende Kamera aus ihrem Rucksack und fotografierte jeden Winkel und jedes Gerät in der Landefähre. Wichtig waren vor allem die Gerätebezeichnungen. So konnte Hamptons die Hersteller direkt kontaktieren und sie dazu überreden, ihm gegen ein gewissen Entgelt die Geräte zu liefern. Zu ihrem Bedauern waren die meisten Geräte fest in die Landefähre eingebaut, so dass sie nichts einstecken konnte. „Das wäre zu schön gewesen“, murmelte Diane vor sich hin. Kurz darauf kramte sie ein kleines Handy aus ihrer Hosentasche, eigentlich war es mehr als ein Handy, ein Organizer, der Internetzugang hatte und mit dem sie sogar Videokonferenzen führen konnte. Sie knipste das kleine Gerät ein und stellte einen verschlüsselten Kontakt zur Zentrale her. Sie hatte hierbei keine Bedenken, denn sie wusste, dass auch die Gespräche der Weltraumorganisationen verschlüsselt waren, so würde ihr Gespräch gar nicht auffallen. Auf dem Gerät flackerte der Monitor kurz, dann tauchte das Gesicht des Zentralleiters Gerald auf. „Hey Dee, was gibt’s?“ fragte er mit seinem französischem Akzent. Diane musste stets schmunzeln, wenn er mit ihr sprach. „Ich hab brandheiße Bilder aus der Landefähre“, antowrtete sie und schickte sie dann gleichzeitig an Gerald weiter. Es war wichtig, neue Informationen sofort weiterzuleiten, denn sollte ihr etwas passieren, so sollten die Informationen nicht verloren gehen. Diese Umgangsweise war schon unmenschlich, doch Diane kam damit klar. „Spitze, die Bilder sind sehr gut“, lobte Gerald sie und beendete damit das Gespräch.

Für Dee, das war ihr Special Agent Name, gab es hier drin nichts mehr zu tun. Die Special Agents redeten sich nie mit ihrem richtigen Namen an, denn sollten die Gespräche entschlüsselt werden, so sollten die Identitäten geheim bleiben. Ein wenig hing auch ihr Leben von der Geheimhaltung ihrer Identität ab. Den restlichen Tag verbrachte Dee damit, lautlos und verborgen durch das Flughafenzentrum zu schleichen und so viele Informationen wie möglich zu beschaffen. Zu ihrem Pech war die ganze Anlage verkabelt, die Kameras nahmen so gut wie jeden Flur auf. In den Räumen war es besser, denn Offiziere, die etwas zu sagen hatten, wurden nicht beobachtet. Es dauerte ziemlich lange, bis sie immerhin in zwei Räume vordringen konnte. Der erste Raum war unspektakulär, es wurden dort keine wichtigen Informationen aufbewahrt. Der zweite Raum war interessanter, er gehörte einem gewissen Dexter und sie musste sich den Zugang erst durch die Eingabe eines Pin-Codes verschaffen. Für solche Fälle hatte sie ein kleines Gerät bei sich, dass an die Wand gedockt werden musste und dann technische Daten ausliest. So kam sie relativ schnell an die geheime Pin-Nummer. Nach einigem Suchen fand sie dann Unterlagen zu einem Projekt „Excalibur“, was sie interessierte. „Heute Abend“, murmelte sie leise vor sich hin, als sie einen Stempel sah, dass der Flug auf heute vorverlegt wurden war. Eigentlich sollte erst in einer Woche stattfinden. Sie überflog die Daten des Projektes und fotografierte einige Seiten mit den wichtigsten Informationen, dann verließ sie den Raum wieder, denn den Start des Raumschiffes durfte sie nicht verpassen. Leider stand keine Uhrzeit dabei, wann das Raumschiff abheben würde, deshalb war Eile angesagt. Ist es erstmal abgehoben, so wäre es für sie zu spät. Eilig und bemüht, unsichtbar vor den Kameras zu bleiben, bahnte sie sich den Weg zur Raumstation. Eine Karte des Flughafens hatte sie sich bereits bei ihrem Einbruch in New York verschafft, so dass sie wusste, wo sich das Raumschiff befand.

Dummerweise standen ein Vorgesetzter und anscheinend der Kapitän des Raumschiffes bereits davor und waren dabei, es zu betreten. Sie beobachtete, dass hierfür eine Zugangskarte von Nöten war. Aber sie würde ohnehin warten müssen, bis der Vorgesetzte verschwinden würde, denn dann würde der Kapitän mit dem Schiff abheben. Wären zwei Personen an Bord, so wäre die Wahrscheinlichkeit höher, vorher entdeckt zu werden und das wollte sie nicht riskieren. So schickte sie Gerald eine Nachricht, dass sie gleich an Bord gehen würde, denn sie war sich ziemlich sicher, dass eine Handy-Verbindung im Weltraum nicht zu Stande kommen würde. Als sie das Handy dann wieder wegsteckte, dachte sie daran, dass sie nicht mal wusste, wie Gerald wirklich hieß. Er war Franzose und hatte einen typisch französischen Namen erhalten. Sehr klischeehaft, wie sie fand.

Nachdem Dee beobachtet hatte, wie der Vorgesetzte das Schiff verlassen hatte, sah sie ihre Stunde kommen. Sie verließ ihr sicheres Versteck und huschte durch die noch offen stehende Luke. Das Innere des Raumschiffes war enorm, riesiger als sie es sich vorgestellt hatte. Sie sah, dass der Kapitän damit beschäftigt war, das Schiff zu begutachten und sie nutzte derweil die Chance und verkroch sie so leise wie möglich in einen kleinen Raum, der sich zu ihrer rechten Seite befand. Der Kapitän konnte hier von seiner aktuellen Position nicht herein sehen und sie könnte kurz ihr Equipment durchchecken.

18.6.09 22:12


Gratis bloggen bei
myblog.de